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Haben
Sie heute schon "gestreichelt" !?
Es ist für das Wohlbefinden und das
Selbstwertgefühl eines Menschen entscheidend, dass er Strokes erhält. Strokes
sind alle Arten von Zuwendungen,
Streicheleinheiten, Aufmerksamkeit oder Anstöße,
die jemandem zuteil werden oder die jemand einem anderen Menschen
zuteil werden lässt. Wenn Menschen nicht genügend Strokes bekommen,
fühlen sie sich unwohl, abgelehnt und minderwertig. Sie reagieren
unüberlegt, fühlen sich als Niemand oder Verlierer, sind demotivert
oder bekommen sogar schwerwiegende psychische Störungen. Daher ist der
Austausch von Strokes von entscheidender Bedeutung für die Beziehungen
zwischen den Menschen.
Positive Strokes
machen jemanden froh und geben ihm das Gefühl
von Gesehen-Werden , Wertschätzung und Bedeutung. Das kann jede Form
der positiven Anerkennung, wie Aufmerksamkeit,
gewolltes
Lob, Dankbarkeit, Freude, Bewunderung oder ganz einfach nur die
"Nennung des Namens", d. h. das Kennen des Namens, sein.
Negative
Strokes
stimmen dagegen traurig und erzeugen ein
Verlierergefühl, wie beispielsweise Kritik, Verachtung,
Lächerlichmachen, Enttäuschung, Kummer, Misstrauen, Nicht-Anerkennung
bzw. -beachtung einer Leistung oder die oftmals missbräuchlich
zitierte Undankbarkeit.
Keine
Strokes
sind
wohl mit das Schlimmste,
was einem Menschen passieren kann. Es
entsteht das Gefühl der Isolation (Beziehungsvereinsamung). Für
Isolierte ist es zumeist psychisch wertvoller negative Strokes zu
erhalten als gar keine. Wird z. B. ein Strafgefangener vor den anderen
Sträflingen ausgepeitscht, wird er rein psychisch leichter überleben
als wenn er vollkommen isoliert wird. Es hat sich in vielen
Untersuchungen gezeigt, dass die meisten Konflikte, die größte
Personalfluktuation, die schlechteste Stimmung und die größte Anzahl
von Fehltagen in den Betrieben vorkommt, in denen den
Menschen keine oder nur geringe Aufmerksamkeit
zuteil wird.
Physische Strokes
- psychische Strokes
Positive wie auch negative Strokes können sowohl psychischer
als auch physischer Art sein. Entscheidend dabei ist, ob eine
physische Berührung erfolgt oder nicht:
.
Stroke positiv und physisch
Kuss, Umarmung, Schulterklopfen
. Stroke positiv und psychisch
Wertschätzung, Dank, anerkennender
Blick, Beförderung
. Stroke negaitv und physisch
Hieb, Tritt, Stoß, Ohrfeige
. Stroke negativ und psychisch
Kritik, Lächerlichmachen,
nachsichtiger
Blick, Achselzucken
Bedingte
Strokes - unbedingte Strokes
Alle genannten Stroke-Arten (positive, negative,
physische, psychische) können sowohl bedingt als auch unbedingt sein.
Sie unterscheiden sich in:
.
Unbedingt positive Strokes
- unconditional positive strokes
an keine Bedingung geknüpft
. Bedingt positive Strokes
– conditional positive strokes
an eine Bedingung geknüpft,
kritisch
. Unbedingt negative Strokes
– unconditional negative strokes - abwertend, o. Entwicklungsimpuls
. Bedingt negative Strokes
–
conditional negative strokes
orientieren sich am konkreten
Verhalten
Bedingt positive Strokes
sind z. B. Schulterklopfen, Wertschätzungen, Belobigungen,
Weihnachtskarten, Taschengeld, Geschenke, Verkaufsprämien und Reden an
den Jubilar oder
das Brautpaar. Bedingte Strokes erfolgen aufgrund eines besonderen
Anlasses oder einer besonderen Leistung. Sie kommen selten als
Überraschung und haben keine so starke Wirkung. Sie können als
Selbstverständlichkeit aufgefasst werden, als Schmeichelei oder als
Versuch, irgendetwas zu erreichen. Bedingt negative Strokes dagegen
werden häufig als Strafe bzw. Maßregelung formuliert und empfunden.
Sie orientieren sich am Verhalten einer Person und zielen meist auf
eine Verhaltensänderung.
Unbedingt positive Strokes
sind spontane Zuwendungen. Sie haben häufig eine stärkere Wirkung und
werden als warm und ehrlich empfunden.
Beispiele
für unbedingte Strokes sind:
. Ein Brief von einem Freund ohne eigentlichen Anlass. Er
schreibt, dass
er gerade an Sie denkt und Ihre Freundschaft als
etwas sehr
Wertvolles empfindet.
. Ein nettes Kompliment – einfach so.
. Der Freudenschrei
einer Tochter, wenn sie eines ihrer Elternteile sieht.
.
Ein kleiner Flirt.
. Das Gefühl von
jemandem
grundsätzlich angenommen und so wie
man ist als gut und wertvoll eingeschätzt zu werden.
Die Stroke-Ökonomie - Strokes-Bilanz
Wir Menschen führen eine Art
Strokes-Buchhaltung
und buchen Strokes auf Soll und Haben wie auf einem Bankkonto. Alle positiven Strokes werden auf die Habenseite
und alle negativen Strokes auf der Sollseite des Kontos gebucht. Die
Strokes-Bilanz weist den Unterschied zwischen der Soll- und der
Habenseite aus. Wenn die positiven Strokes in der Überzahl sind, fühlt
sich die Person wohl und kann Misserfolge leichter ertragen. Sie ist
auf der Gewinnerseite. Wenn die negativen Strokes überwiegen, findet
sich die Person auf der Verliererseite. Ihre Stressschwelle wird
niedriger und die Widerstandskraft sinkt. So sind viele Formen von
Verhaltensstörungen oder Arbeitsverweigerungen auf ein Defizit in der
Stroke-Bilanz zurückzuführen.
Ein Mensch benötigt Strokes. Ignoranz ist dabei die Höchststrafe.
Sobald jemand keine Strokes erhält, ignoriert wird, kann er keine Stroke-Bilanz aufstellen. Er fällt in sich zusammen wie das
folgende Beispiel verdeutlicht:
Ende der 70er Jahre hat man in den USA Versuche mit Affen angestellt.
Ein
Äffchen
wurde kurz nach seiner Geburt von der Mutter isoliert. Es konnte die
Mutter weder hören, noch berühren bzw. sehen. Das Äffchen wurde in
einem Käfig mit hartem Holzboden untergebracht. Es fehlte ihm nicht an
Nahrung, die in einer
Saugflasche
an einer Stange in den Käfig gesteckt wurde, es hatte aber keine
weichen Gegenstände zum Spielen. Das Affchen starb nach kurzer Zeit,
aber keineswegs vor Hunger. Es starb aufgrund des Mangels an
Berührung.
Als seine Gehirnzellen unter dem Mikroskop untersucht wurden, stellten
die Forscher fest, dass diese deformiert waren. Das Äffchen war schwer
geisteskrank. Ähnliche Versuche mit unterschiedlichen Graden der
Isolation von der Mutter wurden mit anderen Äffchen angestellt. Die
Ergebnisse waren eindeutig: Wenn die Äffchen nur einen sehr
beschränkten Kontakt mit der Mutter hatten, überlebten sie zum Teil,
wenn sie aber dann später zu den anderen Äffchengelassen wurden, die
unter normalen Lebensbedingungen aufgewachsen waren, reagierten sie
sehr aggressiv; es fiel ihnen schwer, mit den anderen umzugehen, sie
wurden schneller krank und waren anfälliger.
Tendiert dagegen die Stroke-Bilanz zu sehr auf
eine Seite, so kommt es nicht selten zu einem anderen
Verhaltensphänomen. Die jeweiligen Personen weisen nun dem
Stroke-Defizit einen tieferen Sinn zu und entscheiden sich in Ihrem
Verhalten für oder gegen den Stroke im Sinn von:
Ich bekomme es nicht, dann brauche ich es nicht!
Wenn Menschen zu
wenig positive oder etwa gar keine Strokes
bekommen, benehmen sie sich in steigendem Maß
ungeschickt. Ihr Lächeln verschwindet, sie fangen an, über die
schlechten Zeiten zu sprechen, die kurzsichtige Regierung oder das
schlechte Wetter und suchen überhaupt den Grund für den ausbleibenden
Erfolg in ihrer Umwelt. Bekommen sie nicht genügend positive Strokes
im Beruf, werden sie sich diese im Privatleben, im Vereinsleben oder
wo auch immer holen. Ist die Summe der Strokes im Beruf und zu Hause
nicht groß genug, müssen sie ihnen woanders nachjagen. Nicht selten
kaufen sie sich ihre Strokes. Das ergibt dann ihre Statussymbole,
deren Charakteristikum es ist, dass die Freude daran ausbleibt, wenn
die anderen sie nicht sehen können oder wollen: das Auto, das Haus,
die Sauna, die Schreibgeräte etc.
Wenn Sie eine
negative Reaktion von Personen
erleben, denen Sie positive Strokes haben zukommen lassen, könnten Sie
sich versucht fühlen zu folgern: „Positive Strokes können sich also
sehr leicht negativ auswirken“. Das ist ein etwas übereilter Schluss.
Die negative Reaktion beruht vermutlich auf einer der folgenden
Ursachen:
. Die Art und Weise, in der Sie den Stroke
gegeben haben, war in der
jeweiligen Situation nicht aufrichtig oder
zweckmäßig.
. Die Personen, die auf die positiven Strokes
negativ reagieren, sind im
Stroke-Augenblick in Verliererlaune und
haben ein vorübergehendes
oder dauerndes Defizit in ihrer Stroke-Bilanz.
Es ist schwierig, Strokes auf natürliche Weise
zu geben und zu empfangen. Das erfordert Übung und Umsicht. Vor allem
müssen die Strokes ehrlich geben werden. Wenn eine Person einer
anderen Personen einen positiven Stroke gibt, ohne dass Sie mit dem
Herzen dabei ist (im Innersten nicht der Meinung ist, dass die
betreffende Person den Stroke verdient hat), so kann der andere dies
an Ihrer Körpersprache ablesen und den Stroke ablehnen. Die
Einstellung im Kopf wird durch den Körper vermittelt, und die
Körpersprache wird von der Umgebung unbewusst als ehrlicher Ausdruck
der eigentlichen Ansichten aufgefasst – ehrlicher als alle Worte.
10 Tipps zur "Verbesserung" Ihrer Strokes-Technik
1.
Geben Sie den
Mensch, die auf Ihre positiven Strokes negativ reagieren, regelmäßig
ernstgemeinte Strokes. Ihre Ablehnung hängt wahrscheinlich mit dem
Wunsch nach mehr oder ernshaften Strokes zusammen.
2. Passen
Sie die Art, wie Sie anderen Strokes geben, Ihrem eigenen
Temperament und der jeweiligen Situation an. Strokes müssen ehrlich,
spontan und aufrichtig gegeben werden und dies muss auf eine
natürliche Weise geschehen. Verwenden Sie deshalb keine Superlative
und überströmende Wendungen.
3. Schenken
Sie reine Aufmerksamkeit, Interesse und Wertschätzung (anschauen,
zuhören und nachfragen oder zustimmen bzw. ergänzen etc.) - das sind
die besten Strokes.
4. Prüfen
Sie Ihre Einstellung! Sind Sie wirklich und ehrlich der Meinung,
dass der Betreffende den Stroke verdient hat? Steckt eine verborgene
Absicht dahinter? Wollen Sie nur schmeicheln oder selbst Strokes
haben? Sie werden ein besserer Stroke-Geber, wenn Ihnen die folgende
Einstellung in Fleisch und Blut übergeht. „Ich bin O.K. - die
anderen auch, obwohl sie sich in einigen Punkten von mir
unterscheiden. Ich bin der Meinung, dass andere Leute Strokes
verdienen, wenn sie etwas "Gutes" geleistet haben - und es soll
nicht davon abhängen, ob ich Strokes für meine Leistungen bekomme“.
5. Je
mehr Strokes Sie einem anderen Menschen geben, desto eher wird der
andere Lust verspüren, auch Ihnen Strokes zu geben.
6. Vermeiden
Sie Phrasen, Klischees und Stereotype, wenn Sie Strokes geben. Seien
Sie ganz Sie selbst, sonst wirken die Strokes gekünstelt.
7. Geben
Sie unbedingte Strokes. Diese haben die größte Bedeutung. Gewöhnen
Sie sich an, Ihre positiven Gedanken zum Ausdruck zu bringen, wenn
Sie sehen, dass jemand etwas „gut“ macht. Arbeiten Sie an Ihren
Fähigkeiten, spontane Aufmerksamkeit und Freude auszudrücken, statt
bloß daran zu denken oder diese stets ironisch zu äußern.
8. Verlieren
Sie nicht den Mut, wenn Sie nicht sofort positive Reaktionen auf
Ihre positiven Strokes erzielen. Geben Sie weiter positive Strokes.
Denken Sie daran, dass es einen gewissen Zusammenhang gibt zwischen
der Zeit für die Etablierung einer bestimmten Stroke-Bilanz und der
Zeit für eine merkliche Änderung.
9. Versuchen
Sie, die meisten Strokes auf den Gebieten zu geben, die für den
anderen die größte Bedeutung haben. Diese Gebiete können sich
durchaus von denen unterscheiden, auf die Sie selbst großen Wert
legen. Bemühen Sie sich herauszufinden, was für andere von Bedeutung
ist, indem Sie aufmerksam für die Werte des anderen sind.
10.
Strokes sind in allen Dienstleistungsbereichen von
entscheidender Bedeutung. Die Beurteilung z. B. eines Kundenberaters
hängt direkt mit der Aufmerksamkeit zusammen, die der Kunde spürt
und erlebt.
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